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1904
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Margareta Katharina Anna Bilger wird am 12. August in Graz geboren.
Der Vater, Ferdinand Bilger (1875-1949), ist Historiker und Universitätslehrer,
die Mutter Margit (1874-1933) Tochter des aus der französischen
Schweiz eingewanderten Lithographen August Matthey-Guenet, der zusammen
mit seinem Bruder Ernst in Graz eine Kunstdruckanstalt gründete.
Zwei Geschwister, Ferdinand (1903-1961), Chemiker und Maler; Irmtraut
(1910-1999), Bildwirkerin. |
| 1907-11 |
Familie
Bilger in Heidelberg. Vater Bilger arbeitet am deutschen Rechtswörterbuch.
Er konvertiert mit den Kindern zur protestantischen Konfession seiner
Frau. |
| 1911 |
Übersiedelung
nach Graz; Grete besucht die evangelische Volksschule. Vater Bilger
erbt von seiner Mutter Anna, geb. Hörandtner, das Haus Leoprechting
10 in Taufkirchen an der Pram. |
| 1916 |
Bürgerschule
in Graz; schwärmerische Liebe zur Hauslehrerin Frl. Else Becht.
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| 1917-20 |
besucht mit mäßigem Erfolg das Gymnasium. |
| 1920 |
Herzmuskelerkrankung,
Drüsenfieber; verlässt im April das Gymnasium und geht
zur Erholung nach Taufkirchen; im Herbst Eintritt in die kunstgewerbliche
Abteilung der Staatsgewerbeschule in Graz. |
| 1921 |
begeisterte Teilnahme am ´Wandervogel´ in der Grazer
Gruppe der Mitsl Holzer. |
| 1922 |
will
sich als Diakonissin verpflichten; die Eltern, die ihre künstlerische
Begabung erkannt haben, können sie davon abbringen. Ab Oktober
Graphik-Studium in Stuttgart an der Kunstgewerbeschule bei den Professoren
Schneidler und Sigrist, Holzschnitt und Schrift. |
| 1923 |
Wechsel an die reformerische Werkschule Albrecht Leo Merz in Stuttgart.
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| 1924 |
Heimkehr
auf Grund einer Krise, mit Fieber und krampfartigen Zuständen.
Juli bis Oktober als Hilfsschwester bei knochentuberkulosen Kindern
auf der Stolzalpe.
Sie fällt im Oktober durch die Aufnahmeprüfung an der
Kunstakademie in Wien und wird Gasthörerin an der Kunstgewerbeschule.
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| 1925-29 |
ordentliche Studierende an der Kunstgewerbeschule in Wien für
Graphik und Glasmalerei bei den Professoren Löffler und Klaus,
Schriftkurse bei Prof. Larisch. Sie wohnt ab Juni 1926 in Nußdorf
im Heim für schwererziehbare Kinder der Baronin Mayer. Verbringt
die Sommer- und Herbstwochen gerne in Taufkirchen. |
| 1928 |
im
Juni erhält Grete Bilger den Ersten Österreichischen Staatspreis
für „die beste Gesamtleistung an der Kunstgewerbeschule“.
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| 1929 |
tritt im Februar, nach beendetem Studium, in der Wiener Werkstätte
eine Stelle als Verkäuferin an, mit Aussicht auf eine Anstellung
als mitwirkende Künstlerin. |
| 1930 |
bewirbt
sich um eine Stelle an der Anstalt für schwererziehbare Mädchen
in Hirtenberg; Herbst in Taufkirchen. Der befreundete Maler Walter
Honeder ist zu Besuch; Pläne für eine gemeinsame Zukunft.
Die Idee Hirtenberg wird fallen gelassen. |
| 1931 |
Ein erster Landschaftsholzschnitt 'Hügel in O.Ö.' entsteht
im Spätherbst in Taufkirchen. Auftrag einer Holschnitte-Serie
mit alten österreichischen Heiligen für eine Postkarten-Edition.
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| 1932 |
Frühjahr
in Wien; Juli bis November in Taufkirchen. Versuche in verschiedenen
Techniken: Holzschnitt, Ölmalerei, Hinterglas, Stickerei, Zeichnung.
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| 1933 |
zur Pflege der schwerkranken Mutter in Graz; arbeitet im Museum
an einem Gobelin-Entwurf; lernt den Schuster Markus Kastl kennen;
Tod der Mutter am 19. April; Heirat mit Markus Kastl am 24. November.
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| 1934 |
18.
März, Totgeburt und Eklampsie. Sie stellt in der Sezession
in Graz aus. |
| 1935 |
Arbeit an Spielzeug und Kinderbüchern. Erster Ankauf durch
die Albertina; silberne Medaille der Stadt Graz. Sie stellt im Dezember
mit Walter Ritter im Museum in Graz Spielzeug aus. |
| 1936 |
Herbst,
Reise zur Freundin und Kollegin von der Kunstgewerbeschule Elisabeth
Scherfig-Karlinsky nach Dänemark, über Kassel (Rembrandt)
und Hamburg (Paula Modersohn-Becker und Marees), zurück über
Hannover und Heidelberg. |
| 1937 |
löst die Beziehung zu Markus Kastl. Bruder Ferdinand und Cousine
Goldi Matthey ziehen als freiwillige Sanitäter in den Spanischen
Bürgerkrieg. Im Herbst mit dem Musiker Hubert Zanoskar in Taufkirchen.
Es gelingt ihr nicht, einen Verleger für Kinderbücher
zu finden. |
| 1938 |
Mai/Juni
mit Else Meyerhofer beim Maler Fritz Pauli in Cavigliano im Tessin.
Sie besucht am 19.Oktober 1938 zum erstenmal Alfred Kubin in Zwickledt,
der in Zukunft seine Hand über die sich nun stürmisch
entwickelnde grafische Produktion halten wird. Ab November in Wien.
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| 1939 |
bis März letzter längerer Aufenthalt in Wien mit vergeblichen
Versuchen, beruflich Fuß zu fassen. Zurück in Taufkirchen,
das seinen wohltätigen Einfluss sofort entfaltet, fasst sie
im Frühjahr den Entschluss, auf Dauer hier zu leben und, ohne
Absicherung durch einen Brotberuf, künstlerisch zu arbeiten.
Mitteilung darüber am 3. Mai an Kubin. |
| 1941 |
Reise
nach Südtirol und an den Gardasee; es entstehen Aquarelle und
Porträtzeichnungen. |
| 1942 |
Tod des Schwagers Franz Blum in Russland. Die Bezeichnung „Holzrisse“,
die sie im Herbst für ihr besonderes Holzschnitt-Verfahren
vorschlägt, wird von Kubin in seinem Katalog-Text für
die Münchner Ausstellung öffentlich eingeführt. |
| 1943 |
im
April erste von insgesamt vier Ausstellungen bei Günther Franke
in München; sie stellt ihre Signatur um von Grete Bilger oder
G.B. auf Margret Bilger oder M.B.
Im Juni auf Kubins und Adalbert Stifters Spuren im Böhmerwald
und in Oberplan unterwegs. |
| 1946 |
sie lernt in Vöklabruck den vom Bauhaus kommenden Maler Hans
Breustedt kennen. Die Schwester zieht mit ihrer jungen Familie im
Haus in Leoprechting ein. |
| 1945-52 |
Vertrag
mit dem Kunsthändler Wolfgang Gurlitt |
| 1949 |
im April Tod des Vaters; im Mai umfassende Ausstellung von Holzrissen
und Aquarellen in der Albertina in Wien |
| 1950 |
erster
Arbeitsaufenthalt für ein Glasfenster in Kloster Schlierbach
im oberen Kremstal. Das glasmalerische Werk beginnt damit als Schaffensschwerpunkt
die Druckgrafik abzulösen. |
| 1952 |
sie vertritt Österreich auf der Biennale von Venedig; erste
von zwei Ausstellungen bei Otto Kallir, Galerie St. Etienne in New
York. |
| 1953 |
Heirat
mit Hans Breustedt, der im Haus in Leoprechting einzieht. |
| 1954/55 |
arbeitet am 9-teiligen Taufkapellenfenster für Wien-Liesing;
erhält für das Mittelstück die Goldene Medaille für
Glasmalerei bei der Internationalen Ausstellung Christlicher Kunst
in Wien. Nimmt an der Biennale von Sao Paulo teil. |
| 1955-59 |
arbeitet
u.a. an Fenstern für Mattersburg/ Burgenland, für Don
Bosco/ Wien-Erdberg, für den Dom von Eisenstadt, für Bad
Kreuzen/ OÖ., für Duncan/ Oklahoma USA. |
| 1960-62 |
sie arbeitet an den monumentalen Fenstern für Rohrbach an der
Lafnitz/ Stmk., für Salzburg-Herrnau, für Lenzing/ OÖ.
– Reise nach Assisi im Sommer 1960. Verleihung des Titels
Professor durch die Republik Österreich. |
| 1963-64 |
es
entstehen in der Glasmalereiwerkstätte des Stiftes Schlierbach
sieben Fenster für die Pfarrkirche in Rainbach bei Freistadt,
zwei Fenster für die Pfarrkirche in St. Marienkirchen/ OÖ.
sowie 13 Fenster für die spätgotische Bernardikapelle
im Stift Heilgenkreuz/ NÖ. |
| 1965 |
zieht sich wieder mehr nach Taufkirchen zurück. Im letzten
Lebensjahrsiebt entstehen neben weiteren Glasfenstern als das eigentliche
Spätwerk die kleinformatigen Web- und Hinterglasbilder, Aquarelle,
Zeichnungen und Spruchgedichte. |
| 1966 |
tritt
zur römisch-katholischen Konfession über |
| 1971 |
beteiligt sich mit drei Entwürfen am Ideenwettbewerb für
das Orgelfenster im Wiener Stephansdom; zeichnet bis Juni am Bleiriss
für Duisburg-Hamborn.
Margret Bilger stirbt am 24. Juli in Schärding am Inn und wird
in Taufkirchen an der Pram beerdigt.
Das Land Oberösterreich veranstaltet im Sommer 1975 in den
Räumen von Stift Schlierbach eine umfangreiche Gedächtnisausstellung
mit Beispielen aus sämtlichen Werkgattungen. |