MARGRET-BILGER-GALERIE

DES ZISTERZIENSERSTIFTES SCHLIERBACH

ZEIGT:

 

ADI BACHLER

 

„eigenART“

 

Donnerstag, 06. April 2017, 19.00 Uhr

 

AUSSTELLUNGSDAUER:

06. APRIL 2017 - 18.JUNI 2017

 

 

 

NÄHERE INFORMATION:

Glasmalerei Stift Schlierbach GmbH & Co kG Tel. 07582/83013

Fax 07582/83013-176

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LEBEN UND ARBEIT

Margret Bilger

Graz 12.08.1904 –

Schärding 24.07.1971

Bekannt wurde sie zuerst für ihre ´Holzrisse´. Diese stellen eine Abwandlung des expressionistischen Holzschnitts dar. Margret Bilger ist damit eine der wenigen Frauen ihrer Zeit, die ein unverwechselbares druckgraphisches Oeuvre hinterließen.

Seit 1950 war sie erfolgreich als Glasmalerin mit Fenstern für Kirchen in Österreich, in den USA und Deutschland. Als Glasmalerin hat Margret Bilger ein einzigartiges und umfangreiches Werk geschaffen.

Vertreten auf der Biennale von Venedig (1952), auf Ausstellungen in New York (1952 und 1956), ausgezeichnet mit der goldenen Medaille auf der Internationalen Ausstellung für christliche Kunst (Wien 1954), lag der Höhepunkt ihrer öffentlichen Erfolge in den 1950er Jahren.

Als es mit dem Aufkommen neuer Strömungen seit den 1960er Jahren ruhig wurde um Margret Bilger, entstand ihr außerhalb Oberösterreichs bisher noch kaum beachtetes Spätwerk: Textilarbeiten, Hinterglasbilder, Aquarelle und Zeichnungen.

In Graz am 12. August 1904 geboren, zog sich die Künstlerin nach dem Studium in Wien und gescheiterter erster Ehe in Graz mehr und mehr zurück in das großmütterliche Haus im oberösterreichischen Taufkirchen an der Pram.

Sie lernte 1938 Alfred Kubin kennen, der als freundschaftlicher Ratgeber die Qualität ihrer Holzrisse zuerst erkannte und in der Kunstwelt für sie eintrat.

Das glasmalerische Werk entstand in der Werkstätte des Klosters Schlierbach OÖ, das zu einem zweiten Lebensmittelpunkt wurde.

Margret Bilger heiratete 1953 den vom Bauhaus kommenden Maler Hans Joachim Breustedt (1901-1984), sie konvertierte 1966 zur römisch-katholischen Konfession und starb am 24. Juli 1971 in Schärding am Inn.

ZEITTAFEL

1904

Margareta Katharina Anna Bilger wird am 12. August in Graz geboren.

Der Vater, Ferdinand Bilger (1875-1949), ist Historiker und Universitätslehrer, die Mutter Margit (1874-1933) Tochter des aus der französischen Schweiz eingewanderten Lithographen August Matthey-Guenet, der zusammen mit seinem Bruder Ernst in Graz eine Kunstdruckanstalt gründete.

Zwei Geschwister, Ferdinand (1903-1961), Chemiker und Maler; Irmtraut (1910-1999), Bildwirkerin.

1907-11

Familie Bilger in Heidelberg. Vater Bilger arbeitet am deutschen Rechtswörterbuch. Er konvertiert mit den Kindern zur protestantischen Konfession seiner Frau.

1911

Übersiedelung nach Graz; Grete besucht die evangelische Volksschule. Vater Bilger erbt von seiner Mutter Anna, geb. Hörandtner, das Haus Leoprechting 10 in Taufkirchen an der Pram.

1916

Bürgerschule in Graz; schwärmerische Liebe zur Hauslehrerin Frl. Else Becht.

1917-20

besucht mit mäßigem Erfolg das Gymnasium.

1920

Herzmuskelerkrankung, Drüsenfieber; verlässt im April das Gymnasium und geht zur Erholung nach Taufkirchen; im Herbst Eintritt in die kunstgewerbliche Abteilung der Staatsgewerbeschule in Graz.

1921

begeisterte Teilnahme am ´Wandervogel´ in der Grazer Gruppe der Mitsl Holzer.

1922

will sich als Diakonissin verpflichten; die Eltern, die ihre künstlerische Begabung erkannt haben, können sie davon abbringen. Ab Oktober Graphik-Studium in Stuttgart an der Kunstgewerbeschule bei den Professoren Schneidler und Sigrist, Holzschnitt und Schrift.

1923

Wechsel an die reformerische Werkschule Albrecht Leo Merz in Stuttgart.

1924

Heimkehr auf Grund einer Krise, mit Fieber und krampfartigen Zuständen. Juli bis Oktober als Hilfsschwester bei knochentuberkulosen Kindern auf der Stolzalpe.

Sie fällt im Oktober durch die Aufnahmeprüfung an der Kunstakademie in Wien und wird Gasthörerin an der Kunstgewerbeschule.

1925-29

ordentliche Studierende an der Kunstgewerbeschule in Wien für Graphik und Glasmalerei bei den Professoren Löffler und Klaus, Schriftkurse bei Prof. Larisch. Sie wohnt ab Juni 1926 in Nußdorf im Heim für schwererziehbare Kinder der Baronin Mayer. Verbringt die Sommer- und Herbstwochen gerne in Taufkirchen.

1928

im Juni erhält Grete Bilger den Ersten Österreichischen Staatspreis für „die beste Gesamtleistung an der Kunstgewerbeschule“.

1929

tritt im Februar, nach beendetem Studium, in der Wiener Werkstätte eine Stelle als Verkäuferin an, mit Aussicht auf eine Anstellung als mitwirkende Künstlerin.

1930

bewirbt sich um eine Stelle an der Anstalt für schwererziehbare Mädchen in Hirtenberg; Herbst in Taufkirchen. Der befreundete Maler Walter Honeder ist zu Besuch; Pläne für eine gemeinsame Zukunft. Die Idee Hirtenberg wird fallen gelassen.

1931

Ein erster Landschaftsholzschnitt 'Hügel in O.Ö.' entsteht im Spätherbst in Taufkirchen. Auftrag einer Holschnitte-Serie mit alten österreichischen Heiligen für eine Postkarten-Edition.

1932

Frühjahr in Wien; Juli bis November in Taufkirchen. Versuche in verschiedenen Techniken: Holzschnitt, Ölmalerei, Hinterglas, Stickerei, Zeichnung.

1933

zur Pflege der schwerkranken Mutter in Graz; arbeitet im Museum an einem Gobelin-Entwurf; lernt den Schuster Markus Kastl kennen; Tod der Mutter am 19. April; Heirat mit Markus Kastl am 24. November.

1934

18. März, Totgeburt und Eklampsie. Sie stellt in der Sezession in Graz aus.

1935

Arbeit an Spielzeug und Kinderbüchern. Erster Ankauf durch die Albertina; silberne Medaille der Stadt Graz. Sie stellt im Dezember mit Walter Ritter im Museum in Graz Spielzeug aus.

1936

Herbst, Reise zur Freundin und Kollegin von der Kunstgewerbeschule Elisabeth Scherfig-Karlinsky nach Dänemark, über Kassel (Rembrandt) und Hamburg (Paula Modersohn-Becker und Marees), zurück über Hannover und Heidelberg.

1937

löst die Beziehung zu Markus Kastl. Bruder Ferdinand und Cousine Goldi Matthey ziehen als freiwillige Sanitäter in den Spanischen Bürgerkrieg. Im Herbst mit dem Musiker Hubert Zanoskar in Taufkirchen. Es gelingt ihr nicht, einen Verleger für Kinderbücher zu finden.

1938

Mai/Juni mit Else Meyerhofer beim Maler Fritz Pauli in Cavigliano im Tessin. Sie besucht am 19.Oktober 1938 zum erstenmal Alfred Kubin in Zwickledt, der in Zukunft seine Hand über die sich nun stürmisch entwickelnde grafische Produktion halten wird. Ab November in Wien.

1939

bis März letzter längerer Aufenthalt in Wien mit vergeblichen Versuchen, beruflich Fuß zu fassen. Zurück in Taufkirchen, das seinen wohltätigen Einfluss sofort entfaltet, fasst sie im Frühjahr den Entschluss, auf Dauer hier zu leben und, ohne Absicherung durch einen Brotberuf, künstlerisch zu arbeiten. Mitteilung darüber am 3. Mai an Kubin.

1941

Reise nach Südtirol und an den Gardasee; es entstehen Aquarelle und Porträtzeichnungen.

1942

Tod des Schwagers Franz Blum in Russland. Die Bezeichnung „Holzrisse“, die sie im Herbst für ihr besonderes Holzschnitt-Verfahren vorschlägt, wird von Kubin in seinem Katalog-Text für die Münchner Ausstellung öffentlich eingeführt.

1943

im April erste von insgesamt vier Ausstellungen bei Günther Franke in München; sie stellt ihre Signatur um von Grete Bilger oder G.B. auf Margret Bilger oder M.B.

Im Juni auf Kubins und Adalbert Stifters Spuren im Böhmerwald und in Oberplan unterwegs.

1946

sie lernt in Vöklabruck den vom Bauhaus kommenden Maler Hans Breustedt kennen. Die Schwester zieht mit ihrer jungen Familie im Haus in Leoprechting ein.

1945-52

Vertrag mit dem Kunsthändler Wolfgang Gurlitt

1949

im April Tod des Vaters; im Mai umfassende Ausstellung von Holzrissen und Aquarellen in der Albertina in Wien

1950

erster Arbeitsaufenthalt für ein Glasfenster in Kloster Schlierbach im oberen Kremstal. Das glasmalerische Werk beginnt damit als Schaffensschwerpunkt die Druckgrafik abzulösen.

1952

sie vertritt Österreich auf der Biennale von Venedig; erste von zwei Ausstellungen bei Otto Kallir, Galerie St. Etienne in New York.

1953

Heirat mit Hans Breustedt, der im Haus in Leoprechting einzieht.

1954/55

arbeitet am 9-teiligen Taufkapellenfenster für Wien-Liesing; erhält für das Mittelstück die Goldene Medaille für Glasmalerei bei der Internationalen Ausstellung Christlicher Kunst in Wien. Nimmt an der Biennale von Sao Paulo teil.

1955-59

arbeitet u.a. an Fenstern für Mattersburg/ Burgenland, für Don Bosco/ Wien-Erdberg, für den Dom von Eisenstadt, für Bad Kreuzen/ OÖ., für Duncan/ Oklahoma USA.

1960-62

sie arbeitet an den monumentalen Fenstern für Rohrbach an der Lafnitz/ Stmk., für Salzburg-Herrnau, für Lenzing/ OÖ. – Reise nach Assisi im Sommer 1960. Verleihung des Titels Professor durch die Republik Österreich.

1963-64

es entstehen in der Glasmalereiwerkstätte des Stiftes Schlierbach sieben Fenster für die Pfarrkirche in Rainbach bei Freistadt, zwei Fenster für die Pfarrkirche in St. Marienkirchen/ OÖ. sowie 13 Fenster für die spätgotische Bernardikapelle im Stift Heilgenkreuz/ NÖ.

1965

zieht sich wieder mehr nach Taufkirchen zurück. Im letzten Lebensjahrsiebt entstehen neben weiteren Glasfenstern als das eigentliche Spätwerk die kleinformatigen Web- und Hinterglasbilder, Aquarelle, Zeichnungen und Spruchgedichte.

1966

tritt zur römisch-katholischen Konfession über

1971

beteiligt sich mit drei Entwürfen am Ideenwettbewerb für das Orgelfenster im Wiener Stephansdom; zeichnet bis Juni am Bleiriss für Duisburg-Hamborn.

 

Margret Bilger stirbt am 24. Juli in Schärding am Inn und wird in Taufkirchen an der Pram beerdigt.

 

Das Land Oberösterreich veranstaltet im Sommer 1975 in den Räumen von Stift Schlierbach eine umfangreiche Gedächtnisausstellung mit Beispielen aus sämtlichen Werkgattungen.

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